Meine ersten Erfahrungen mit dem ÖPNV

Nun bin ich schon einige Wochen ohne Auto unterwegs und muss sagen: Bisher habe ich es nicht vermisst. Alle Wege waren bisher entweder zu Fuß oder mit Bus und Bahn problemlos erreichbar. Positiv aufgefallen sind mir bisher die sauberen Busse der Vestischen und des HCR, die beiden Nahverkehrsunternehmen, mit denen ich am häufigsten unterwegs bin. Auch die Pünktlichkeit ist okay, dank der entsprechenden VRR-App werde ich auch vorher auf Verspätungen hingewiesen. Leider sind mit ein paar negative Dinge aufgefallen:

  • Zum einen die teilweise sehr schlechte Ausbildung der Fahrer, sie haben häufig kein Gefühl dafür, dass sie Menschen befördern. Das macht sich beim häufig viel zu starkem Abbremsen vor den Haltestellen bemerkbar sowie beim übermäßigen Beschleunigen nach dem Abfahren von der Haltestelle. Ich habe früher u.a. auch Berufskraftfahrer im Personenverkehr ausgebildet und ich konnte angehende Reisebusfahrer immer ins Schwitzen bringen, wenn ich vorne auf der Ablage einen gefüllten Becher mit Wasser hingestellt habe. Der angehende Busfahrer durfte kein Wasser beim Anfahren und Abbremsen verschütten. Dies war immer eine gute Übung, wie ich als Busfahrer mit meinem Gefährt unterwegs bin. Gut ausgebildete Busfahrer scheinen heute eher die Ausnahme zu sein. Auch im Umgang mir ihren Kunden sind die meisten sehr schlecht ausgebildet. Anscheinend sparen die Verkehrsbetriebe hier am falschen Ende.
  • Das zweite große Ärgernis sind die meistens nicht passenden Anschlüsse beim Wechsel des Verkehrsunternehmens. Wenn ich von Herten zum Beispiel in die Nachbarstadt Herne fahren will, bekomme ich dort den Anschlussbus für die Weiterfahrt in Herne meistens nicht mit, weil er mir gerade vor der Nase wegfährt. Hier mal eine kleine Korrektur der Fahrpläne vorzunehmen, darauf kommt weder die Vestische noch die HCR. Wahrscheinlich denken beide, soll sich doch die Nachbarverkehrsgesellschaft bewegen, warum ich. Und auf der Strecke bleibt der Kunde. Und das nennt sich dann Metropol-Region. Von Metropole ist man hier im Ruhrgebiet aber noch meilenweit entfernt. Wenn selbst diese kleinen Veränderungen nicht möglich sind, wie sollen denn da neue Verkehrskonzepte für die Zukunft entstehen? Welcher Berufstätige kann sich bei solchen Verbindungen denn einen Umstieg auf den ÖPNV leisten, wenn er jeden zweiten Tag zu spät kommt?

Ich will natürlich nicht nur meckern, sondern möchte viel lieber dafür sorgen, dass etwas Bewegung in einige Dinge kommt. Darum schreibe ich ja auch diesen Blog. Es wäre auch schön, wenn ihr mir etwas über eure Erfahrungen schreiben würdet.

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