Die Auswahl eines Tickets

Nachdem unser Auto nun verkauft ist, kommen wir zu dem Titel dieses Blogs: Ohne Auto unterwegs

Welches Ticket bietet sich an, um die meisten Wege mit dem ÖPNV abzudecken? Relativ schnell standen nur noch zwei Alternativen für den VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) zur Wahl. Zum einen das Bärenticket, das allen Benutzern ab 60 Jahren angeboten wird und für alle Fahrten im gesamten VRR-Gebiet genutzt werden kann inclusive dem regionalen Bahnverkehr. Das Ticket kostet 88,70 Euro im Monat und ist nur persönlich auf den Benutzer ausgestellt. Einen weiteren Erwachsenen kann ich ab 19:00 h kostenlos mitnehmen. Die Alternative wäre das Ticket 2000 im Abo. Dieses Ticket hat viele Vorteile, denn es ist übertragbar. also nicht nur an eine Person gebunden. Dieses Ticket können meine Frau und ich wechselweise benutzen. Dazu kann ich das für mich günstigste Tarifgebiet selbst wählen. Unser Ticket hat als Mittelpunkt die Wabe 27 (Herne), somit können wir in der Preisstufe B von Dortmund über Bochum bis Gelsenkirchen das gesamte Umland von Herten gut erreichen.

Hier zur besseren Übersicht unser Tarifgebiet, die Waben 27,17,26,36,37,28 und 15

Außerdem kann ich auch beim Ticket 2000 einen weiteren Erwachsenen und drei Kinder kostenlos mitnehmen in der Zeit: montags bis freitags nach 19 Uhr, ganztägig an Wochenenden, gesetzlichen Feiertagen sowie am 24.12. und 31.12. Und dies gilt dann sogar im gesamten VRR-Bereich. Dieses Ticket kostet dann im Abo (12 Monate Laufzeit) 107,96 Euro im Monat.

Das Ticket 2000 war daher für uns das Ticket mit den meisten Vorteilen für uns und ich wollte es gleich online bestellen. Doch das gestaltete sich mehr als schwierig. Von der Seite der Vestischen wurde ich umgeleitet auf die Seiten der Rheinbahn, warum wurde nicht näher erklärt. Dort konnte ich den Antrag online ausfüllen und anschließend drückte ich auf Senden und erhielt prompt eine Fehlermeldung. Ich habe es insgesamt an drei tagen fünf Mal probiert, immer mit der gleichen Fehlermeldung. Daraufhin schickte ich dann eine Papierbestellung an die Bogestra in Bochum und hier bekam ich nach ein paar Tagen das gewünschte Ticket ohne Probleme.

Seit dem 1.11. dürfen wir jetzt das Ticket nutzen, über die ersten Erfahrungen mit unserem „neuen Auto mit Chauffeur“ dann beim nächsten Mal. Kleine Episoden könnt ihr auch auf instagram verfolgen.

Was beim Autoverkauf wichtig ist

Der geplante Verkauf unseres Fahrzeuges sollte so einfach wie möglich sein, daher sind wir zuerst mal zu ein paar Händlern in der Nähe gefahren, um einen ersten Preis-Check zu machen. Dabei erlebten wir die erste Enttäuschung, denn die angebotenen Preise lagen zwischen 11.000 und 12.000 Euro für ein Auto, dass 2015 noch rund 30.000 Euro gekostet hat.

Unsere nächste Preisbewertungsmethode war das Internet, hier gab ich unser Fahrzeug in die Suchmasken bei mobile.de und autoscout24.de ein und suchte nach passenden Beispielen für unser Auto. Hier sah das Ergebnis deutlich besser aus, der Verkaufspreis für unser Auto lag bei den meisten Händlern zwischen 16.000 und 17.500 Euro. Also stellte ich unser Auto kurzerhand ins Netz, vermerkte aber in der Fahrzeugbeschreibung, dass ich nur solche Interessenten zu einer Besichtigung und Probefahrt einladen würde, die mir vorher den Nachweis über das geforderte Kapital beibringen. Dies war im Rückblick betrachtet eine sehr gute Entscheidung, denn es meldete sich so gut wie kein Interessent. Also machte ich ein Lockangebot, kaufte mich für eine Woche in die oberen Plätze bei den beiden Webseiten mit meiner Anzeige ein und bot das Fahrzeug zum absoluten Schnäppchen-Preis für 14.990 Euro an. Das Angebot wurde befristet für 5 Tage angeboten, danach sollte wieder der alte Preis von 15.900 Euro gelten.

Diese Masche brachte den erwünschten Erfolg. Es meldeten sich insgesamt drei Interessenten, die mir alle kaufwürdig erschienen. Und einer von diesen dreien hat dann auch den Zuschlag bekommen. Ich habe einen Kaufvertrag direkt vor Ort gemacht und eine Anzahlung von 500,00 Euro kassiert, am nächsten Tag wurde das Auto abgemeldet und nach Eingang der Restzahlung auf meinem Konto habe ich dann alle Papiere an den neuen Besitzer geschickt. Der hat dann vor Ort das Fahrzeug angemeldet und es sich einen Tag später abgeholt.

Ab dem Tag der Abmeldung waren wir jetzt ohne Auto und damit fängt der eigentliche Blog jetzt erst an. Über meine Erlebnisse mit dem ÖPNV und anderen Alternativen werde ich hier immer wieder berichten, auch über interessante Begegnungen mit anderen Reisenden und auch immer wieder die Verkehrsbetriebe auffordern, endlich gerade hier im Ruhrgebiet mal eine einheitliche Verkehrsplattform zu schaffen und wegzukommen von dem Kirchtumdenken der Städte und Kommunen. Ein Verkehrsbetrieb für das gesamte Ruhrgebiet mit vernünftigen städteübergreifenden Verbindungen und Fahrplänen, die so getaktet sind, dass sie mir als Fahrgast den größten Nutzen bringen. Dazu aber beim nächsten Mal mehr.